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Für's Theater... Charakterisierung meiner Rolle

So, das da unten ist es nun... nichts davon braucht ihr direkt auf mich zu beziehen ... Ist ein erster Entwurf für meinen Charakter im nächsten Stück ^^

 

Charakterisierung von Amanda


Amanda Lorenz ist meine Name und ich bin mit meinen 22 Jahren die mittlere von fünf Kindern. Passend zu diesem schweren Schicksal nur so ein Mittelding zu sein, bin ich auch noch ein „Kondomplatzkind“, mit einem Wort: ungewollt.

In meiner Kindheit war ich ziemlich isoliert von Gleichaltrigen und meine jüngeren Geschwister hielten es auch nicht für nötig sich mit mir zu beschäftigen, ganz zu Schweigen von den Älteren.

Kati und Manuel sind wesentlich jünger als ich und ich hatte verständlicher- weise mit 14 Jahren absolut keine Lust mehr beim „Vater-Mutter-Kind“-Spielen immer die Oma zu sein NUR aufgrund meines Alters. Ich hatte auch kein sonderlich tolles Verhältnis zu meinen Erzeugern, sie ließen mich auch meist unbeachtet, ich wurde immer vertröstet wenn ich etwas wollte und einmal vergaßen sie mich sogar in der Spielecke eines Kaufhauses. Ich nehme ihnen das heute noch übel und das Schlimmste daran war für mich die Tatsache, dass sie an jedes einzelne meine Geschwister dachten. Was ein Glück für mich, dass ich das ganze erst nach einer halben Stunde bemerkte, denn so verbrachte ich nur 15 min. heulend alleine bis mein Verschwinden offenbar auffiel. Meine hektische Mutter packte mich mit den Worten „Was hast du dir nur dabei gedacht?“ grob am Arm und zog mich auf die Straße.

Durch diese unharmonische Familiensituation begann ich schon in meiner Grundschulzeit damit mich immer öfter in meinem Zimmer zu verkriechen und wie wild für die Schule zu lernen. Wahrscheinlich erhoffte ich mir dadurch dann eine klitzekleine Anerkennung meiner Eltern. Doch anstatt sich über gute Leistungen und Noten zu freuen, lobten sie mich jedes mal wie einen Hund. Es war zum Kotzen, wenn mein Vater mir den Kopf tätschelte und sagte: „Brav gemacht, Amanda. Weiter so.“ Es kam sogar beinahe soweit, dass ich ernsthaft überlegte ob ich vielleicht aufhören sollte mich zu bemühen. Im Glauben, dass jeglicher Ärger angenehmer zu ertragen ist als dieses erbärmliche Lob.

Aber da zeigte sich dann doch mein Ehrgeiz, der mich nicht aufgeben lies und so lies ich alles über mich ergehen. Irgendwann hatte ich mich an diesen Umgangston gewöhnt und fragte mich sogar, was ich daran jemals so schlimm fand.

Nach etlichen Jahren der Stille hielt ich es nicht mehr aus und entwickelte von einem auf den anderen Tag ein unglaubliches Mitteilungsbedürfnis. Eine große Herausforderung, denn meine Eltern und Geschwister ließen sich nicht leicht für ein Gesprächsthema begeistern. Unverständlich ist mir bis heute geblieben, dass ich es dennoch immer und immer wieder so hartnäckig versuchte.

Nach erfolglosen Versuchen wusste ich mir nicht mehr anders zu helfen und fing ich an mir die abgefahrensten Lügenkonstrukte auszudenken im Glauben, damit vielleicht ein bisschen die Aufmerksamkeit auf mich zu lenken.

Als ich damit zu Hause die ersten Erfolge hatte war ich restlos begeistert und weitere den Versuch aus. Was bedeutete, dass ich damit nun auch in der Schule begann. Vom unscheinbaren, ruhigen Mädchen wurde ich zum Star der Klasse, als ich ausführlich von meinem reichen Vater, unserem großen Pool und meiner Mutter, die so berühmt ist, dass ich ihren Name nicht nennen darf, erzählte.

Es begann mir richtig Spaß zu machen und so lag ich häufig abends im Bett um mir die nächste spannende Geschichte für den nächsten Tag auszudenken.

Plötzlich hatte ich „Freundinnen“ oder zumindest schenkte man mir Beachtung, die ich mir doch schon so lange so sehnlich gewünscht hatte.

Natürlich konnte das nicht auf Dauer gut gehen und bald entschieden meine Klassenkameraden, ich sei doch nur eine Angeberin. Eigentlich kann ich ihnen das auch nicht übel nehmen, denn beweisen konnte ich ihnen ja nie etwas.

Also wurde ich wieder zum Mauerblümchen und kam mehr oder weniger ohne Aufzufallen bis zur 10. Klasse so durch.

In der Oberstufe hatte ich eigentlich schon resigniert und aufgegeben jemals soziale Kontakte zu knüpfen. Durch die neue Konstellation allerdings lernte ich Leute kennen, die mir gar nicht mal so extrem blöd vor kamen. Aber meine Angst vor Abweisung hielt mich davon ab auf jemanden zuzugehen. Und weil ich immer erschreckte wenn mich doch mal jemand ansprach, hatte ich bald einen „Seltsam-Stempel“ auf der Stirn.

Gegen Anfang der 13. Klasse beschloss ich erneut etwas ändern zu wollen und tatsächlich: Es gab Leute, die nicht sofort weg schauten wenn ich sie ansprach. Nein, sie lächelten sogar. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie glücklich mich das machte. Ich schwebte schon durchs Schulhaus wenn jemand „Hallo“ zu mir sagte. Irgendwann wagte ich den Schritt und setzte mich in der Mittagspause neben Constanze, die ich aus meinem Geschichtskurs kannte.

Wahrhaftig dachte ich nicht daran, dass sie mich ansprechen könnte, aber sie tat es und so lies ich mich wenn auch mit Misstrauen auf ein Gespräch ein.

Ja, ich weiß es es klingt ekelhaft schnulzig, aber wir verstanden uns auf Anhieb ziemlich gut. Naja, zumindest insofern, dass ich mit ihr klar kam und das zählt ja schonmal 'ne Menge.

Durch sie bekam ich auch Kontakt zu anderen und nachdem ich alle ein bisschen beschnuppert hatte, gab ich mir einen Ruck und begann mich etwas mehr zu öffnen. Das war schon sehr komisch, aber ich merkte langsam, dass es eigentlich eine schöne Sache war etwas mit Menschen zu unternehmen.

Doch kaum hatte ich mich damit arrangiert flog die Zeit nur so davon und schon hatte ich mein Abitur in der Tasche. Das passte mir gar nicht und es schien als sei ich die Einzige, die keine Ahnung hat was sie nun tun soll. Der Großteil wollte ein Studium beginnen. Also dachte ich mir: „Gut, das wird schon das Richtige sein, wenn das fast jeder macht.“

Aufgrund meiner mangelnden Entscheidungsfreudigkeit fiel es mir schwer eine passende Richtung zu finden und so nahm ich nach einer Woche des Hin- und Herüberlegens einfach einen Stift, schloss die Augen und zielte auf ein Blatt Papier auf dem ich wahllos ein paar Studiengänge notiert hatte.

Und so entschied also der Zufall oder eben das Schicksal, dass ich von nun an „Antike Sprachen und Kultur“ studieren sollte. Super Sache, dachte ich... und ich war heilfroh als ich sah, dass ich dafür umziehen müsste. Der Abschied fiel mir verständlicherweise nicht gerade schwer und ich hatte Glück gleich mit dem Herbstsemester beginnen zu können.

Im nach hinein grenzt es an ein Wunder, dass ich so schnell eine Wohnung fand. Okay, es war anfangs grauenvoll, denn ich zog ausgerechnet in eine WG. Diese Vielfalt an Charakteren, die ich gezwungenermaßen kennenlernte, überforderte mich gänzlich und so bekam ich es auch nicht geregelt mich an einem angenehmen Zusammenleben zu beteiligen.

Ich frage mich, wieso sie mich nicht einfach vor die Tür gesetzt haben. Gründe hätten sie problemlos gefunden. Mitgefühl war für mich ein Fremdwort und ich habe auch um ehrlich zu sein immer noch nicht sehr viel davon. Aufforderungen ignoriere ich oder antworte nur trotzig.

Meine Stimmung schwankt von Stunde zu Stunde und ich kann selbst nicht sagen, wann und warum es sich dann ändert. Meinen Launen lasse ich dann entweder freien Lauf oder ich ziehe mich zurück und rede mit Olli. Jetzt bitte nicht lachen, denn Olli ist ein Kuscheltier, genauer gesagt ein Plüschfrosch. Damals bei der Aktion, als ich im Kaufhaus vergessen wurde hat er mir so sehr geholfen, dass ich im zarten Alter von 4 Jahren zur Diebin wurde und ihn einfach mitnahm.

Im Stillen ärgere ich mich jedesmal über solch einen Ausbruch von mir und es tut mir sogar beinahe leid wenn ich merke wie sehr ich jemanden verletzt habe, aber zugeben würde ich das nie im Leben.


Ich liebe es, wenn einer Mitbewohnerin ein Unglück passiert, ich bin dann richtig schadenfroh und lasse fiese Kommentare los. Mit Unglück meine ich jetzt keinen Unfall oder ähnliches, eher die kleinen Missgeschicke des Alltags.

Es gibt Tage, an denen ich morgens beschließe, zuvorkommend, höflich und einfach ein durch und durch netter Mensch zu sein. Aber, Pustekuchen, bisher hielt ich es meist nur ein paar Stunden aus.

In diesen Phasen versuche ich mir ein wenig Vertrauen aufzubauen und wenn sich zwei streiten versuche ich das Ganze fair zu regeln. Meist gibt es dann aber nur noch mehr Stress, da ich mich ungewollt eingemischt habe. Und ich spüre, ein Misstrauen, dass jeder mir gegenüber hat.

Verdammt, ich gebe doch zu, dass das nur eine Maskerade ist hinter der ich mich verstecke. Wieso versucht denn niemand zu erkennen wie ich mich fühle? Ich bin doch eigentlich eine ganz andere. Oder, nein, ich möchte doch so gerne anders sein. Aber nie, nie gelingt es mir und ab und an bin ich fertig mit den Nerven.

Aber das lasse ich die anderen nicht wissen, sie sollen nicht denken ich wäre schwach. Und dieses verdammte Studium ist überhaupt nicht meins, es interessiert mich kein bisschen, aber ich kann auch nicht einfach abbrechen. Was soll ich denn sagen, wenn jemand fragt wieso? Garantiert nicht die Wahrheit! Und außerdem hab ich keinen blassen Schimmer was ich sonst tun könnte. Ich habe einfach kein Ziel vor Augen und warte vielleicht einfach nur sehnsuchtsvoll auf den Tag, der mein Leben endlich verändert und dann bin hoffentlich die Person, die ich schon immer sein wollte! Aber realistisch gesehen, wird mir das sowieso nie passieren und so ist diese hoffnungslose Warterei wahrscheinlich vergebens.

15.3.09 21:45, kommentieren